eine wirklich schlechte Geschichte

Fuck, sind alle dumm. Warum sind alle so dumm? Ganz ehrlich, das versaut mir einfach den scheiß Tag und den davor und den danach und das schon ne ganze Weile. Menschen, Gesellschaft – wenn ich das schon höre, kommt mir das Kotzen. Wir sind so stolz auf den ganzen Bullshit, der uns davon abhält wir selbst zu sein und dazu alle Natur fickt. Ey, ich hab nichts gegen Dummheit, aber ich wünschte mir, ich hätte – vielleicht ein Serum, damit die Leute aufwachen und einsehen, dass es einfach nicht die Antwort sein kann, alle natürlichen Prozesse, die die Welt am Laufen halten, zu unterbinden, zu verändern. Pestizide, Plastik, Ordnungsamt, scheiße verdammt. Vorgestern war ich spazieren, hab ne Runde um die Innenstadt gedreht. Drinnen herrscht Maskenpflicht. Wie ich auf dem Ring lief, kam mir das Ordnungsamt entgegen und nahm meine Personalien auf, weil ich auf der falschen Straßenseite unterwegs war, vier Meter weiter wäre es okay gewesen ohne Maske. Naja, ist schon okay.
Ich hab auch gar keine Lust mehr zu sprechen. Worte sind so scheiße beschränkt, dass jeder Austausch mehr oder weniger in wohlwollendem Missverständnis enden muss. (Und trotzdem scheibe ich. Mein Gott, bin ich dumm.) Wenn ich jemandem einen ernst gemeinten Satz sage wie Liebe braucht Disziplin. dann denken die meisten dabei an militärischen Gehorsam, fuck, was hat die Welt uns nur für Bullshit in den Kopf gepumpt. Disziplin kommt von innen und da geht es nicht darum, stumpf Befehle auszuführen, sondern in sich hinein zu hören und das, was man über sich und das Leben gelernt hat, zu leben. Ach, was soll das. Ich müsste eine Abhandlung zu jedem Wort schreiben, damit irgendwer annähernd verstünde, was ich meine und dann besteht die Abhandlung ja doch nur aus Worten und dann halte ich lieber meine scheiß Klappe.
Was mich am meisten ankotzt, ist die Tatsache, dass die ganze Welt in Flammen steht: Der nahe Osten ist seit was weiß ich wie lange ein Schlachtfeld. Afrika ist sowas von am Arsch, Asien vergeht in Ausbeutung, Diktatur und der Kapitalismus schluckt langsam die letzten Bastionen der alten Kulturen. Europa ist ein menschenverachtender Wichser mit Friedensnobelpreis. Rational, rational ist der Grund, warum wir in steinernen Wüsten leben und dann ist ne Grünfläche mit drei Bäumen die beste Natur, die die Meisten bekommen. Scheiße ey, ein Tag im Wald und deine Stresshormone sinken einfach mal um mindestens ein Drittel. Aber Wald ist zum abholzen da. Nen toten Baum kann man nämlich verkaufen, nen lebenden nicht. Und solange das so ist, ist unsere Welt dem Untergang geweiht.
Oder die ganze Sache mit der Religion. Menschen haben über Jahrtausende das Wissen um die Unendlichkeit der Welt weitergegeben und die wichtigsten Werte von Generation zu Generation vermittelt, damit sie überleben. Ja, irgendwann ist den Leuten aufgefallen, dass sie nur Geschichten hinterherrennen und eigentlich keine Ahnung haben, wie die Welt funktioniert. Wow, krass, Wissenschaft beginnt, richtig gut, an sich, irgendwie. Nur auf dem Weg der Rationalisierung haben sie leider vergessen, dass dieses Etwas, das wir Leben, Natur, All, whatever nennen, ein fucking Wunder ist und wir nie und nimmer den Kern der Sache in einer Formel ausdrücken können. Wenn wir nicht so versessen wären auf das Bild, das wir von uns haben, dann könnten wir vielleicht frei auf die Dinge schauen. Wie wäre es denn damit:
Wir entfernen alle Autos aus den Städten und bauen jeden Parkplatz zu Gärten um. Es gibt genug Konzepte, wie Wüsten wieder blühen. Wir können verschiedenste Sachen anbauen, die sich gegenseitig unterstützen und durch die Vielfalt hätten wir auch keine Probleme mit Ernteausfällen oder so einem Scheiß – also keine Pestizide und keine großen Erntemaschinen, die den Boden verdichten (und das bis zur nächsten Eiszeit). Das wäre dann sogar richtig chillig, so: Ey, lass mal aufs Parkdeck F, die Pflaumen sind reif, lass einen durchziehen und genießen, dass die Natur uns mit allem versorgt, solange wir dafür sorgen, dass sie das kann. Ja, lass uns einfach feiern, dass wir atmen. Wie verrückt wäre das! Einfach mal zur gleichen Zeit sähen und ernten. Das geht, wenn man anstatt einer Kulturpflanze einfach mal fünfzig anbaut. Damit kommen wir dem verfickten Paradies ganz schön nahe.
Naja, solange wir an Statussymbole und Marken glauben, wird das nix.
Ich hoffe ja auf die Notwendigkeit. Solange der Mensch noch nicht genug Druck hat, wird er sich nicht ändern. Sobald die Scheiße so richtig am Dampfen ist, da verändert er sich plötzlich.
Ach, und nochmal zu dem Serum, das die Menschen aufweckt. Solange psychoaktive Substanzen verboten sind, dauert das mit dem Aufwachen halt ewig. Ganz ehrlich, ich sag nicht, dass sich jeder ständig n Trip einwerfen soll. Das ist bullshit, mindestens so dämlich wie die wirtschaftliche Ausreizung des Verbrennungsmotors. Wenn Pilze, Weed, Emma, DMT und der ganze bums legal wären, dann – naja, okay, so einfach ist das dann doch nicht. Was ich sagen will: Wenn die Wirkung dieser Substanzen gesellschaftlich ergründet und anerkannt sind, dann kann man den Scheiß nutzen, um kranke Gemüter zu heilen, um zu checken, dass alles miteinander verbunden ist, wir letztendlich ein einziger gigantischer Organismus sind. (Du findest den Gedanken absurd? Scheiße ey, schau dir n paar Netflix Dokus an.)
Wir sind richtig weit gekommen mit der Gesellschaft und so weiter. Ja, ja, richtig weit. Mittlerweile gehen die Menschen da draußen auf Distanz wegen einer Krankheit, die Menschen umbringen kann. Wow, jeden Tag sterben Menschen an Hunger, sie verdursten, werden zu Tode vergewaltigt, Genozid in China, und nicht nur in China. Unser Avocadokonsum lässt eine ganz neue Form der Maffia aufblühen, in Asien basteln Menschen 16 Stunden am Tag unsere Smartphones zusammen und werden in Massenunterkünften ohne Tageslicht zusammengepfercht und das ist uns allen scheißegal. Wir sind einfach froh, dass andere Menschen tattäglich sterben, damit wir im Restaurant nebenan auf dem guten Kobe-Rind rumkauen können, denn das haben wir ja verdient, nach der harten Achtstundenschicht auf unserem Ergostuhl im Glasfassadenbüro vom Scheiß die Wand an Konzern. Fuck this shit!
Ich hab vergangenen Sonntag eine Kollegin auf Arbeit umarmt. Es war ihre letzte Schicht und wir waren uns in den Monaten davor sehr nahe gekommen. Wir lieben uns, platonisch. Ich verabschiedete mich von ihr, wünschte ihr alles Gute, meinte, wir sehen uns hoffentlich bald. Und dann haben wir uns innig umarmt. Meine Güte, das war so schön. Und nicht nur das. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen, dass Menschen körperliche Nähe brauchen, um gesund zu sein, das stimuliert unter anderem den Vagusnerv.
Ich kenne viele Menschen, habe aber wenige Freunde. meine Kollegin ist eine davon und ich denke, dass Berührung der einzige Weg zur Liebe ist. Eine innige Umarmung stärkt die Psyche, das Immunsystem, das mittlere Befindlichkeitsniveau, was nicht alles. Jedenfalls, wie wir uns im Arm hielten, empörten sich plötzlich Gäste um uns herum darüber. (ich so: spread love u fuckrs)
Daraufhin haben wir uns gleich nochmal umarmt, ich meine, war sowieso schon zu spät. Danach kam ein ungehaltener Gast zu mir, baute sich dreißig Zentimeter vor mir auf und keifte mich an, was ich mir dabei denke und dass ich eine Gefahr für die Allgemeinheit sei. Glaubt mir, der Typ hat mir dabei sein ganzes, gerade getrunkenes Hefe ins Gesicht gespuckt. Menschen sind so dumm. Und wenn die Geschichte der Menschheit so endet, dann wäre das verdammt nochmal eine richtig schlechte Geschichte.
Doch da gibt es etwas, das die meisten Menschen hier anscheinend vergessen haben: Vertrauen und Hoffnung. Schau dich draußen mal um, wenn du an ner Haltestelle stehst oder einfach durch die Straßen deiner Stadt läufst. Siehst du die Angst in den Augen der Menschen? Wie sie entweder gebrochen dastehen oder einen auf ach so stark machen und sich unnahbar geben? Die meisten Menschen, die ich draußen sehe, sind einsam, haben Scheu voreinander. Sie urteilen mit dem ersten Blick, damit sie eine Meinung haben und sich so einbilden können, sie wüssten wer sie sind und wie die Welt tickt, bla bla bla.
Die Welt scheint verloren. Doch wenn ich auch nur irgendetwas in meinen kleinen vierundzwanzig Jahren gelernt habe, dann, dass Trost und Hoffnung nur in Angst und Einsamkeit groß werden. Also lasst uns die Angst schüren und Menschen voneinander fern halten. Irgendwann wird auch das letzte dumme Kamel da draußen aufwachen und einen Ausweg suchen – das Gute dabei: Unter so viel Druck wird es sich ohne viel Anstrengung durch das kleinste Nadelöhr zwängen können. Das braucht dann gar keine Anstrengung, es muss nur loslassen.

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