Normal – normal ist ein Stereotyp

             ohne eigenen Willen

                                                         festgeschrieben

                                    macht ausübend, unterdrückend

                                                    befolgt von allen

                                                        lachhaft – was ist im Leben schon normal?

Die Normalität –  ist die größte Lüge der Menschheit. Größer noch als der Gedanke der Freiheit, größer noch als die Gleichberechtigung.
Normalität ist das, was im Allgemeinen auf der Welt existiert.
Sie ist eine Lüge, die Hand in Hand mit den Moralvorstellungen in den Köpfen der Menschen spaziert.
Eine Unwahrheit, die sich seinesgleichen sucht, betucht mit dem weißen Schleier der Unschuld.
Durchsichtig und sanft im Wind schwingend, dringend eine Befestigung benötigend denn ein starker Luftstoß und sie verschwindet.
Also bindet man sie fest, und verzerrt damit ihr Antlitz.
Und man wartet nur noch auf den Blitz der Klarheit, der alles in Flammen setzt.
Damit diese Unwahrheit verbrennt.
Und wegrennt.
Vor der Wahrheit.

Normal, nein, normal ist er nicht.
Was er tut, was er tat.
Er ist kein Licht in der Finsternis, dass anderen Trost und Hoffnung gibt, viel mehr ist er es,
der in der Dunkelheit wartet,
nahe des Wahnsinns und doch die Grenze nie überschreitend.

Er sitzt hier, und kann nicht anders, aufgrund einer Wette, einer Herausforderung, eindeutig nur in Angst gesprochen, eine Verzweiflungstat, und doch ist er hier.
Ihm
ist es egal was andere denken. Er ist nicht wie sie, er sieht keine Freude darin, sich der Gesellschaft zu unterwerfen und so zu sein wie es erwartet wird, er macht was er will, er ist nicht normal.
Normal.
Normalität.
Was ist das?
Nicht zu töten. Nicht zu entehren. Die Würde des Menschen ist das wichtigste was der Mensch besitzt. Alles was dem entgegen spricht ist nicht normal.
Folterpraktiken sind nicht normal.
Den Körper eines Menschen zu schänden ist nicht normal.
Töten ist eine Sünde.
Doch er hat niemanden getötet.
Er erforscht. Er sammelt Erfahrungen. Dinge, die kein Wissenschaftler weiß. Aber es wird darauf hinab gesehen, es wird nicht erlaubt, es wird nicht gebilligt.
Er erklärt sich nicht. Er ist nicht ’normal‘. Aber, ist er denn krank? Ist er denn verrückt?

Er ist somit hier falsch, in dieser Welt. Sein Platz ist hier nicht. Er verspürt keine Reue bei dem was er tut, es ist ihm bewusst, dass es „falsch“ ist, insofern, dass er nicht wollen würde, dass es ihm widerführe, und dennoch macht er  es, warum?
Darum. Einfach weil.

Warum unterwirft man sich denn irgendwelchen Standards,
man tut es wegen der Einfachheit,
das Rebellieren gegen das System passiert nicht aus reiner Bequemlichkeit,
entstanden über Jahre hinweg, so fest verankert in den Köpfen der Menschen.
Veränderungen kommen kaum oder wenn, dann in einer Explosion die alles wegreißt,
aber die Asche bleibt, die Asche aus dem was zerstört wurde und damit bleibt immer etwas übrig, und es kann sich nichts ändern.

Was ist Normalität, es gibt keine.

Er trat, zerriss, verstümmelte, verdrehte, zerbrach, verrenkte, zerschnitt, zerstörte und doch niemals tötete er. Er folterte und sah es als normal,
er stach zu und sah die Qual
in ihren Augen und doch machte er weiter,
heiter war sein Gemüt und gekränkt waren seine Gefühle als er
immer mehr verachtet wurde
und obwohl er nie Morde beging
war er doch nicht normal.

Aber ist es denn schlecht, ist er denn böse, ist er denn krank?

Die Moralität liegt im Blickwinkel des Betrachters. Jemand mit Macht, der
in der Nacht ruhig schlafen kann, hat
ein anderes Spektrum als wer, der mehr darauf achten muss, ob er die Nacht überhaupt überleben wird.
Mit
einem ungleichmäßigen Machtgefüge ist die so genannte Normalität eine Lüge die offensichtlich nur für die breite Masse gemacht ist,
eine List, um diese im Zaum zu halten.
Denn die Normalität ist was, ein
Zirkus in dem jeder nach Strick und Faden agiert,
in dem man vorsichtig herumtänzelt um ja nicht seine Position zu verfehlen,
eine Versammlung armer Seelen die nicht den Mut haben sich zu beklagen.

Was ist normal?
Ist es normal, sich darüber aufzuregen, wie alles doch so normal ist?
Sich über die Normalität auszulassen, wie falsch sie doch ist, sie zu hinterfragen?

Normalität ist eine Sünde. Sie unterdrückt die Individualität des Einzelnen, verdammt dich zur Unterwerfung, ermöglicht Diktatur und erschafft Tyrannei.

Was ist es, was diese Normalität in der Gesellschaft hält, was ist es woran die Menschen sich zwanghaft klammern in der Angst, unterzugehen in dem dann unendlichen Strom von Individualität.
Diese Normalität sind Richtlinien für das Zusammenleben, welches gefährdet wäre durch die Launen von jedem, wenn er so handeln könnte wie er wollte. Aber, wenn es sie nicht gäbe wäre es so als ob es sie schon immer nicht gegeben hätte aber dennoch sind gewisse Dinge nicht erwünscht, warum? Warum ist der Mensch unantastbar, warum hängt er so am Leben dessen Sinn er eh nicht weiß. Diese Existenz ist widersprüchlich.
Was ist so anders heute, dass früher nicht so war? Der Mensch ist ein Tier, eingepfercht in einem Käfig aus Normen und Regeln, Kleidung und Werten, der Mensch lebt seine Triebe nicht aus und gibt vor, zivilisiert zu sein,  ein Wort welches hohes Ansehen genießt und doch keine Bedeutung hat.
Der Mensch rümpft die Nase vor allem was ihm missfällt, er benutzt schöne Worte und besondere Bewegungsmuster um sich höher zu stellen als das was er ist.
Denn, was ist er denn schon, eine intelligente Masse von Knochen und Fleisch die eine artikulierte Form der Kommunikation besitzt.
Wenn doch der Mensch aber so intelligent ist, wenn er doch aber so viel Anstand besitzt und Regeln für das  friedvolle Zusammenleben aufstellt, warum gibt es dennoch so viel Leid und unmenschliches Zusammenleben, warum beschießt sich der Mensch mit Waffen aus Metall; weil er zivilisiert ist und sich nicht wie Tiere im Dreck rangelt. Der Mensch ist eine höhere entwickelte Lebensform als jedes andere Lebewesen auf dem Planeten Erde, obwohl er blutrünstiger als jedes Raubtier ist.
Was sind wir? All diese, die eingesperrt und untersucht werden weil sie ihren Trieben nachgingen, sind das nicht die, die zeigen, was wir Menschen wirklich sind?

Egal wie, egal was, was auch immer diese Normalität ist.
Er bleibt lieber dort, an seinem See, und erdrückt den von ihm gefangenen Fisch mit bloßen Händen, und kostet dessen Blut, als dass er zurück in die Welt geht, die nur heuchelt und lügt und trügt und nicht erkennt, was sie eigentlich ist.